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Von ihr aus waren alle Bereiche des Hauses erschließbar:
die Küche im Souterrain, die Haupträume im Erdgeschoß
sowie die privaten Zimmer im Obergeschoß. Auch mit seinem
eigenen Haus verwirklichte van de Velde ein individuelles Gesamtkunstwerk,
das Architektur, Raumausstattung und Malerei in gleichem Maße
harmonisch zusammenband. So durchdrangen die Farben Amarantrot,
Moosgrün und Blau sowohl die Wandbespannungen, Teppiche, Keramiken
und Möbelstoffe, als auch die Gemälde an den Wänden.
Das Haus mit seinem Garten bot die geeignete Idylle und diente
der Familie als Enklave. Hier wuchsen die fünf Kinder Nele,
Helen, Anne sowie Thyl und Tilla »in der Unschuld und Fröhlichkeit
eines sorglosen Lebens ohne Krankheiten, ohne konventionellen Zwang
und ohne von allzuviel Arbeiten gequält zu werden, in der Fülle
ihrer Kräfte und in der freien Entwicklung ihres Wesens«
(van de Velde) heran. Zahlreiche Freunde der Familie und Künstlerkollegen
gingen im Haus »Hohe Pappeln« ein und aus, unter ihnen
die Ehepaare von Nostitz und von Herrmann, Hugo von Hofmannsthal,
Richard Dehmel, Ferdinand Hodler, Theo van Rysselberghe, Pierre
Bonnard oder Maurice Denis, um nur einige zu nennen.
Die Geschehnisse der Zeit trübten jedoch recht bald die Idylle,
denn der Krieg machte auch vor Weimar nicht halt. Van de Velde,
nun als »feindlicher Ausländer« denunziert, reichte
sein Entlassungsgesuch ein und beendete seine Arbeit an der Kunstgewerbeschule
im Herbst 1915.
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