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Ehemalige Kunstschule 1904/11
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Ehemalige Kunstgewerbeschule 1905/06
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Haus »Hohe Pappeln« 1907/08

Henry van de Velde: sonstige Bauten

Henry van de Velde (1863–1957) war in den rund zwanzig Jahren von 1895 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges europaweit eine der schillerndsten Gestalten des Kunstgeschehens. Ausgebildet als Maler in seiner Heimatstadt Antwerpen sowie in Paris, fand er in den 1890er Jahren zum Kunstgewerbe. Seine raffiniert luxuriösen Möbel, Zimmer- und Ladeneinrichtungen sicherten ihm rasch die Aufmerksamkeit einer jungen Generation, die sich einig wusste in der Ablehnung der geistlosen Nachformung überlebter historischer Stile.

Harry Graf Kessler (1868–1937), einer der frühen deutschen Kunden van de Veldes, ebnete dem Künstler in der Folgezeit den Weg und erreichte im Frühjahr 1902 dessen offizielle Anstellung in Weimar als Berater des jungen Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Verein mit Elisabeth Förster-Nietzsche, der Schwester des 1900 verstorbenen Philosophen, planten van de Velde und Kessler eine grundlegende Reform der Kultur und des Lebens. Weimar sollte erneut zu einem geistig-kulturellen Zentrum des Landes, zu einem Treffpunkt der europäischen Kulturelite avancieren. Der angestrebte Anteil des Belgiers Henry van de Velde bestand in der Propagierung seines »Apostolats«, der Umsetzung seines »Neuen Stils« in markante Zeichen für die kleine Residenzstadt.

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