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Henry van de Velde: sonstige Bauten
Henry van de Velde (18631957) war in den rund zwanzig Jahren
von 1895 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges europaweit eine
der schillerndsten Gestalten des Kunstgeschehens. Ausgebildet als
Maler in seiner Heimatstadt Antwerpen sowie in Paris, fand er in
den 1890er Jahren zum Kunstgewerbe. Seine raffiniert luxuriösen
Möbel, Zimmer- und Ladeneinrichtungen sicherten ihm rasch die
Aufmerksamkeit einer jungen Generation, die sich einig wusste in
der Ablehnung der geistlosen Nachformung überlebter historischer
Stile.
Harry Graf Kessler (18681937), einer der frühen deutschen
Kunden van de Veldes, ebnete dem Künstler in der Folgezeit
den Weg und erreichte im Frühjahr 1902 dessen offizielle Anstellung
in Weimar als Berater des jungen Großherzogs Wilhelm Ernst
von Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Verein mit Elisabeth Förster-Nietzsche,
der Schwester des 1900 verstorbenen Philosophen, planten van de
Velde und Kessler eine grundlegende Reform der Kultur und des Lebens.
Weimar sollte erneut zu einem geistig-kulturellen Zentrum des Landes,
zu einem Treffpunkt der europäischen Kulturelite avancieren.
Der angestrebte Anteil des Belgiers Henry van de Velde bestand in
der Propagierung seines »Apostolats«, der Umsetzung
seines »Neuen Stils« in markante Zeichen für die
kleine Residenzstadt.
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