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Nietzsche-Archiv 1903, © KSW
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Villa Dürckheim 1912/13, © KSW
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Villa Henneberg 1913/14, © KSW

 

Trotz zahlreicher Erfolge scheiterte das Projekt im Laufe weniger Jahre an der Kleinkariertheit einer provinziellen Gesellschaft in Weimar und dem Dünkel der Hofkreise. Kessler, der als ehrenamtlicher Leiter des Großherzoglichen Museums für Kunst und Kunstgewerbe zahlreiche Ausstellungen moderner Kunst initiiert hatte, wie etwa 1903 zu Max Klinger, zu den Deutschen und Französischen Impressionisten und Neoimpressionisten oder 1905 zu Gauguin, und außerdem bedeutende Literaten – unter ihnen Gerhart Hauptmann, André Gide oder Rainer Maria Rilke – nach Weimar gezogen hatte, verließ 1906 nach dem berüchtigten »Rodin-Skandal« die Stadt. Das von Henry van de Velde entworfene Projekt eines Nietzsche-Stadions mit tempelartiger Weihestätte war 1911 der letzte vergebliche Versuch seitens Harry Graf Kesslers, Weimar kulturell neu zu beleben und dem verehrten Heros ein Denkmal zu setzen.

Im Gegensatz zu Kessler verharrte van de Velde jedoch in Weimar. Zwar lähmte ihn zusehends das Desinteresse seitens der Regierung und des Souveräns am eigenen Schaffen sowie die Unmöglichkeit der Umsetzung glanzvoller Bauprojekte seiner Hand, doch hielten den Belgier das Kunstgewerbliche Seminar sowie die zahlreichen Privatauftrage an Weimar gebunden.

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