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Trotz zahlreicher Erfolge scheiterte das Projekt
im Laufe weniger Jahre an der Kleinkariertheit einer provinziellen
Gesellschaft in Weimar und dem Dünkel der Hofkreise. Kessler,
der als ehrenamtlicher Leiter des Großherzoglichen Museums
für Kunst und Kunstgewerbe zahlreiche Ausstellungen moderner
Kunst initiiert hatte, wie etwa 1903 zu Max Klinger, zu den Deutschen
und Französischen Impressionisten und Neoimpressionisten oder
1905 zu Gauguin, und außerdem bedeutende Literaten
unter ihnen Gerhart Hauptmann, André Gide oder Rainer Maria
Rilke nach Weimar gezogen hatte, verließ 1906 nach
dem berüchtigten »Rodin-Skandal« die Stadt. Das
von Henry van de Velde entworfene Projekt eines Nietzsche-Stadions
mit tempelartiger Weihestätte war 1911 der letzte vergebliche
Versuch seitens Harry Graf Kesslers, Weimar kulturell neu zu beleben
und dem verehrten Heros ein Denkmal zu setzen.
Im Gegensatz zu Kessler verharrte van de Velde
jedoch in Weimar. Zwar lähmte ihn zusehends das Desinteresse
seitens der Regierung und des Souveräns am eigenen Schaffen
sowie die Unmöglichkeit der Umsetzung glanzvoller Bauprojekte
seiner Hand, doch hielten den Belgier das Kunstgewerbliche Seminar
sowie die zahlreichen Privatauftrage an Weimar gebunden.
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