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Van de Velde realisierte in Weimar neben den wenigen offiziellen
Aufträgen, die sich auf die Errichtung der Kunstschule (l904
und 1911) der Kunstgewerbeschule (1905/06) sowie den Entwurf eines
Tafelsilbers für den Großherzog beschränkten, vornehmlich
Wohnungseinrichtungen. Zu den Weimarer Hauptauftraggebern gehörten
neben Harry Graf Kessler der Schriftsteller Max von Münchhausen
sowie Helene von Nostitz. Hinzu kamen zwei geräumige Stadtvillen
für Graf Dürckheim-Montmartin (1912/13, Cranachstraße
47) und Baron Henneberg (1913/14, Gutenbergstraße la). Des
weiteren das Grabdenkmal für die Familie Koetschau sowie die
Fassade des Mietshauses Menzel (Trierer Straße). Eines seiner
herausragenden Projekte in Weimar war die Umgestaltung des Nietzsche-Archivs
1903), dessen Interieur noch heute durch die stilvolle Ausgewogenheit
und Formvollendung besticht.
Nach dem Weggang Harry Graf Kesslers 1906 spielte auch Henry van
de Velde mit dem Gedanken, Weimar zu verlassen. Der Bau eines eigenen
Hauses fernab des intrigensüchtigen Hofes erwies sich gerade
jetzt als Refugium. Hatte sich die siebenköpfige Familie aus
finanziellen Gründen fünf Jahre mit Mietwohnungen in der
Cranachstraße und Lassenstraße (heute Trierer Straße)
begnügen müssen, gaben nun neben dem Platzmangel die äußeren
Widrigkeiten Anlass, das eigene Haus am Stadtrand von Weimar zu
verwirklichen.
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